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Was ist das eigentlich und wem kann sie helfen?

Sie sind die Kraftwerke unseres Organismus: Mitochondrien. Hier laufen zahlreiche biochemische Reaktionen ab, um den Körper mit Energie zu versorgen. Adenosintriphosphat oder kurz ATP heißt der Treibstoff für unser System. Da er nicht gespeichert werden kann, ist eine andauernde Produktion erforderlich. Gerät diese ins Stocken, zum Beispiel, weil Dauerstress herrscht, begünstigt das die Entwicklung von Krankheiten oder Autoimmunstörungen. Meist gehen diese mit massiver Schwäche und Müdigkeit einher. Die mitochondriale Medizin verortet Mängel im Stoffwechsel und versucht, diese durch eine passende Ernährung sowie die gezielte Zugabe von Nährstoffen aufzuheben. Dabei kann die Nahrungsergänzung mit Ubiquinol helfen.

Ubiquinol ist die aktive Form von Coenzym Q10 und essenziell für die Energiegewinnung. Mehr als 95 Prozent der Energie wird mit Hilfe von Ubiquinol freigesetzt! Unser Körper kann den Vitalstoff zwar selbst herstellen, doch mit zunehmendem Alter und durch Medikamenteneinnahme, Krankheiten oder Stress sinkt die Produktion. Als Nahrungsergänzung ist aktives Ubiquinol besser bioverfügbar als Coenzym Q10, da es dem Körper direkt zur Verfügung steht und nicht erst umgewandelt werden muss. So sind weit geringere Dosen nötig. Ubiquinol schützt als Antioxidans Zellmembranen vor Schäden durch freie Radikale. Innerhalb der inneren Mitochondrienmembran ist dies besonders wichtig, denn während der Energieproduktion können hier reaktive Sauerstoffverbindungen in großen Mengen auftreten.

Kraftvoll gegen (oxidativen) Stress

Eine Studie hat im Frühling 2021 untersucht, welchen Einfluss eine Nahrungsergänzung mit Ubiquinol während der COVID-19-Pandemie auf Pflegekräfte hat, die einem extrem hohen Stresslevel ausgesetzt waren. Mehrheitlich gaben sie vor Beginn der Untersuchung an, unter Stress, Müdigkeit und mentaler Erschöpfung zu leiden. Nach 60 Tagen mit einer täglichen Dosis von 100 mg Ubiquinol fühlten sich die meisten Pflegekräfte deutlich weniger gestresst. Sieben von zehn Personen gaben an, dass sich ihr allgemeines Wohlbefinden verbessert habe.

Auch bei oxidativem Stress kann Ubiquinol helfen. Bei diesem speziellen Zustand des Stoffwechsels herrscht ein Ungleichgewicht zwischen freien Radikalen und Radikalfängern. Oxidativer Stress kann Lipide, Proteine und die DNA schädigen. Man vermutet, dass diese Vorgänge die Entstehung von Krankheiten und Alterungsprozesse begünstigen. Eine Studie hat gezeigt, dass Ubiquinol den GGT-Wert im Blutserum senken kann. Dieser gilt als potenzieller Frühmarker für Inflammation und oxidativen Stress.

Weitere Krankheitsbilder, deren Ursache in einer Dysfunktion der Mitochondrien liegen kann, sind zum Beispiel Autismus oder das Chronische Erschöpfungssyndrom. Auch hier gibt es in der Behandlung positive Erfahrungen mit Ubiquinol. Um die Befunde zu festigen und konkrete Therapieempfehlungen abzuleiten, sind weitere Untersuchungen mit größeren Teilnehmendenzahlen notwendig. Die Erkenntnisse der Studien bieten jedoch vielversprechende Ansatzpunkte für weiterführende Forschung und könnten dazu beitragen, neue Behandlungsmethoden im Bereich der Mitochondrialmedizin zu entwickeln.

Bild: ©Shutterstock/Steven McDowell